Archive for the ‘Leben’ Category

145#ein gemeinsames Einverständnis

Monday, September 6th, 2010

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Ich bin heute Fahrrad gefahren. Eigentlich fahr ich jeden Tag Fahrrad, aber heute bin ich das erste Mal seit langem mit meinem guten Fahrrad gefahren, dass noch bei meinen Eltern stand. Jetzt ist es hier, hier in Berlin. Ich bin schnell gefahren, sehr schnell. Ich war die schnellste. Bin an allen anderen Fahrradfahrern vorbei gerast. Jeder Tritt hat mich sehr viel weiter gebracht. Die Straßen, die Menschen, die Dinge um mich herum sind an mir vorbei geflogen. Es war kein Spazierenfahren. Es war ein Fahren im Rhythmus der Stadt, im Leben Kreuzköllns. Ich habs genossen.

Hinterher glühten meine Wangen und mein Körper strahlte eine Hitze aus, dass man mich als Heizkörper in eine Wohnung hätte stellen können.

Ich hörte mit vielen Erinnerungen besetzte Musik, es zauberte mir ein Lächeln aufs Gesicht und der Wind rauschte durch meine Wimpern. Es war ein Durchbrechen von Raum und Zeit und irgendwo auf der Oberbaumbrücke und der Warschauer Brücke ein Blick gen Westen Richtung sonnendurchfluteter Abendstadt, ein kurzes Glücklich Sein, ein Händedruck mit mir und der Stadt und der Welt, ein Sich Zunicken, ein gemeinsames Einverständnis.

144#Donnerstag

Thursday, August 26th, 2010

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Ich bin in Herbststimmung.

Wintersemester steht vor der Tür.

Es regnet.

Kein Sommerregen.

Herbstlicher Dauerregen.

Erkältung.

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Regenmusik.

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138#Sommerregen

Thursday, July 22nd, 2010

Es ist ein warmer Juliabend, gesegnet von einem Sommerregen. Ich sitze am Fensterbrett, “Dido’s Death” aus “Dido & Aeneas” von Henry Purcell bringt mein Zimmer zum klingen und lässt durch meine weit geöffneten Fenster den Hof mithören. Der Hof duftet nach Pasta und aus den Wohnungen tönen alltägliche Geräusche. Die meisten Fenster sind geöffnet und mir ist, als ob jeder den Sommerregen genießt. “Dido’s Death” ist um die 300 Jahre alt und unendlich traurig, aber in seiner Traurigkeit ergreifend schön. Wie ich da so sitze umgeben vom Duft der Stadt, des Regens und der Pasta, den Klängen der Küchen und Wohnungen und Dido’s Tod bin ich zufrieden. Einfach zufrieden mit mir, zufrieden mit dem Tag, zufrieden mit den Menschen und zufrieden mit der Welt. Ich lasse den Augenblick verweilen, koste ihn aus und genieße ihn. Beim Schlussakkord überkommt mich eine kleine Freude und Lust auf das was kommen mag. Es ist keine Freude, die einen wahnsinnigen Tatendrang in mir auslöst, es ist einfach ein Aufflackern, das mir sagt, egal was passiert, es ist in Ordnung und ich kann damit umgehen, es ist ein inneres Erstarken, das selbst einen Weltuntergang nichtig erscheinen lässt.

“Dido’s Death” aus “Dido & Aeneas” von Henry Purcell

135#Abschied

Thursday, July 8th, 2010

Es fällt mir momentan wahnsinnig schwer meine Gedanken und Gefühle zu selektieren. Ich weiß nicht, wann mein Verstand und wann mein Herz mit mir durch geht, ich weiß nicht auf was ich hören soll, was nur eine Stimmung ist und was ich wirklich ernst nehmen soll. Ich weiß nicht was ich will und wo ich danach suchen kann. Erinnerungen kämpfen mit Zukunftsgedanken. Ich vermisse viel und weiß trotzdem eigentlich genau, warum es gut so ist, wie ich mich entschieden habe, aber manchmal zweifel ich dann doch an mir. Dann liege ich auf dem Bett und sehe all die Dinge um mich herum, alle verknüpft mit Erinnerungen, größtenteils Produkte der letzten 5 Jahre, und vergleiche Vorher und Nachher. Mein Herz fühlt sich eingeengt und ich weiß, dass es verdammt schön war, und bin entsetzt, dass man sowas mit so wenigen Worten einfach Vergangenheit werden lässt.

Ich kann nicht gut allein zu hause sein. Meine Gedanken weilen in der Vergangenheit und halten mich von allem ab, was ich machen möchte…

(ICQ bleibt jetzt aus, das tut nur weh)

121#brauch ein Lächeln

Friday, June 4th, 2010

Heute ist ein Scheiß Tag.

Ich habe zu wenig geschlafen, fühl mich unwichtig und missverstanden, wander durch die stillen Räume, möchte sie mit Musik füllen, aber sie sind trotzdem still, versuche die Sonne zu genießen, werde aber traurig, weil niemand da ist, mit der ich sie genießen kann, bin in meinen Empfindungen hin und her gerissen, habe die Präsentation an der FH Potsdam hinter mir und bin wie leer, hab keine drängenden Aufgaben, die mich jetzt ablenken könnten, doch schon, aber…höre schöne aber zu traurige Musik, will in einem See schwimmen, aber nicht allein, hätte jetzt grad gern eine Freundin hier an meiner Seite, kann mich nicht mal glücklich-shoppen gehen, weil kein Geld da ist, will jetzt sofort arbeiten gehen, muss aber erst in 2 Stunden, will was essen, weiß nicht was, müsste einkaufen, brauch erst Geld dafür, hasse telefonieren, will anfassen und riechen und spüren und sehen, fühl mich unsicher, brauch ein Lächeln, eins das mir allein gilt, fühl mich unfähig mich mitzuteilen, “ach du übertreibst doch” mag ich nicht hören, macht mich unwichtig, will nur ein Wangen-Streicheln, ein in den Arm nehmen, einen sanften Kuss auf die Schläfen, ein Gefühl, das da jemand ist und an mich denkt, ein jemand wichtiger, nicht nur ein dummes Foto…mein jemand

116#stiller Beobachter

Tuesday, May 18th, 2010

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So sieht mein Zimmer über 50% des Jahres aus. Und würde ich da nicht gerade das Foto schießen, säße ich mitten in dem Chaos aus Papier, Fotografien, Schere, Kleber, Farbkasten, Tuschefässer, Klamotten und dergleichen und würde werkeln, künsteln und kreativeln. Wenn jemand die Energieschwingungen in diesem Zimmer messen wollen würde, würde das Messgerät, was es auch immer für eines sein möge, wahrscheinlich verrückt spielen, weil die Schwingungen dem Kreativchaos in meinem Kopf gleichen und ein oben und unten, drüber und drunter, rechts und links und mitten durch, Kreise, Kringel, Kanten und Ecken, Strudel und Wirbel bilden.

In diesem Pool erreicht mich die Außenwelt wie Magnete, alles wird angezogen, manches prallt wieder ab und manches trifft mich so plötzlich und hart, dass es mich kurzzeitig völlig aus der Bahn wirft, ich einen Moment still halte, der Umgebung lausche, schlucke, mich sammel und versuche wieder meine Bahn zu finden. Etwas holprig am Anfang schaffe ich es auch eigentlich fast immer mich wieder in den Fluss zu bringen.

Dieser Moment des Still Seins katapultiert mich immer aus meinem Leben hinaus um als Beobachter von oben mich zu fragen, was das eigentlich ist, was da so passiert, was die Menschen so machen, was ich so mache, zu welchem Sinn und Zweck, ein kurzes Gefühl des Allmächtig Seins und gleichzeitig des Schutzlos und Allein Seins, ein Sammeln aller Ängste und Freuden der Welt in einem selbst, ein kurzes Aufstöhnen und dann ein Fallen, ein Mitreißen, bis alles wieder so ist wie vorher.

Solche Nachrichten, solche Momente machen mich sprachlos, stumm, staunend, traurig und verwundert in Einem.

Ich bin von zuhause ausgezogen in eine andere Stadt in ein irgendwie neues Leben. Alle Nachrichten von zuhause betreffen mich irgendwie irgendwo, aber sie sind viel weiter weg als früher und manchmal fühle ich mich schuldig, dass ich einfach gegangen bin, dass ich mich den engen vertrauten Kreisen der alten Heimat entzogen hab und irgendwo nur noch Beobachter bin, stiller Beobachter.

Aber es berührt mich trotzdem alles irgendwo und ein Teil von mir wird immer da bei meiner Familie, bei der Heimat meiner Kindheit sein…

109#ich halte mich selbst nicht mehr aus

Monday, April 12th, 2010

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Ich suche im Dunkeln nach Dingen, nach Anhaltspunkten, zum Festhalten, zum Weiterkommen, zum Weiterspinnen, um etwas zu sein, etwas, eine Definition meiner Selbst, meiner Gedanken, meiner Fragen, meiner Irrungen und Wirrungen, um meine Verwirrtheit zu bündeln, in einen Sack zu stecken, im Fluss zu versenken, im Strom, im Kopfstrom, im Immerfluss, im Strudel von Empfindungen, von Erfahrungen, Erinnerungen, von einzelnen Fetzen, geboren irgendwann, vermischt mit all den Eindrücken, verstrudelt, verquirlt, geschleudert, gerissen, verirrt, verloren im Irrgarten meines Hirns, unbeherrscht, gefangen in mir selbst, unfähig etwas auszudrücken, etwas darzustellen, zu erklären, zu simplifizieren, unfähig mich selbst zu verstehen, verständnislos im Angesicht des Spiegelbilds, betäubendes Dröhnen, tosendes Blutrauschen, Wirbelsturm der Synapsen, Schiffbruch an den Grenzen der Abstraktion, erschöpft, weggespült, geworfen, verworfen an zerklüfteten Gefühlen, erschüttert an unfassbar hohen Klippen der Sturheit, geschüttelt, zerrüttet und unvereint, in sich selbst aneinander gebrochen, überschwemmt und versandet und vom nächsten Sturm wieder ergriffen…

…wann kann es in diesem Kopf einmal windstill sein?

Ich muss etwas tun, ich muss mich bewegen, mich drehen, bis mir schwindelig wird, bis ich umfalle, ich muss schreien, ich muss tanzen, ich muss mich verlieren, von mir loslassen, mein Körper, mein Kopf, mein Herz zerspringt gleich, ich muss mich loswerden, mich in die Welt hinaus schleudern, rennen, schwimmen, tauchen, ich muss mich spalten, ausleeren, bis zur Erschöpfung, bis zum Nichts, um mich neu zu gebähren, mich wieder zu finden in all dem, was verloren geglaubt, was noch nicht entdeckt war, um neu und rein zu sein, leicht und frisch und unbefleckt…

Foto via weheartit

108#Mein Herz zerspringt

Friday, April 9th, 2010

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107#Guten Morgen Berlin

Thursday, March 18th, 2010

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du kannst so hässlich sein, so dreckig und grau, aber auch so wunderbar, wenn denn die Sonne sich hervorwagt, die Menschen aus ihrem Winterschlaf aufwachen und die Straßen sich beleben. In den Straßencafés klappert das Geschirr, Stimmengewirr tönt aus den Hausfluren auf die Straße, nähert sich den Türen und überschwemmt plötzlich die Stadt. Wie eine Woge schwappt der Frühling plötzlich über die Brücken, umschwemmt Buden und Wolkenkratzer, fließt durch die sich öffnenden Fenster und zaubert jedem ein Lächeln auf das Gesicht.

Mein Bruder hat heute zur Feier des Frühlings einen weißen Pullover angezogen, ich habe mich mit meinem korallenroten Sommerschal umschlungen und den Wintermantel zuhause gelassen.

Und jetzt wird die Sonne genossen!

105#Zeit zum Träumen bleibt immer

Wednesday, March 10th, 2010

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Grundsätzlich ist es seit ein paar Jahren so, dass ich eigentlich immer was zu tun habe. Also solche Sachen wie irgendwas meist Wichtiges zur Post bringen, Abwaschen, nervige Zahnarzttermine wahrnehmen, bis vor zwei Jahren noch lernen und Hausaufgaben machen, was inzwischen dem Arbeiten für eine Mappe und dem Bearbeiten diverser Aufgabenstellungen für Bewerbungen gewichen ist, und einigen Dingen, die ich mir für mich so vorgenommen habe, wie ein Buch lesen oder zu Ende lesen, kreativ sein, mit Freunden treffen und so weiter. Und wenn ich dann mich auch endlich mal aufgerafft habe, kann ich vor Tatendrang auch nur so strotzen, aber bis dahin ist es meist ein mühsamer und gelegentlich langwieriger Weg. Bei diesem Weg kann mir auch eigentlich nichts und niemand helfen außer ich selbst.

Das fängt meist damit an, dass mein Bett so wahnsinnig verdammt bequem ist, steigerbar dadurch, dass neben mir noch jemand liegt, aber das fällt bis in 95 Tagen sowieso flach. Wenn ich es dann doch mal aus den Federn geschafft und den morgendlichen Klogang hinter mich gebracht habe, knurrt normalerweise mein Magen, was das Problem aufwirft, dass ich mir was zu Essen machen muss, denn die Zeiten, in denen ich 7 war und meine Mama jeden Tag für mein leibliches Wohl gesorgt hat, sind leider vorbei, oder auch nicht leider, bin ich mir noch nicht ganz klar. Irgendwann habe ich dann mit Müh und Not das Frühstück und zumindest die Katzenwäsche hinter mich gebracht. Bis zum Duschvorgang muss dann noch einige Zeit verstreichen, aber auch das krieg ich noch irgendwie in meinem nicht vorhanden oder nur rudimentär oder doch vorhandenen aber nicht durchführbaren Zeitplan unter. Danach gehts erst richtig los, dann muss ich mich nämlich endlich wirklich aufraffen und den Tag starten, also durchstarten, abheben und alles dafür tun, dass der Tag geil und top und überhaupt wird.

An dieser Stelle knabber ich zurzeit immer. Alles, was momentan Priorität hat, ist irgendwie kacke, also nicht kacke, aber nervig. Sockelleisten abschleifen z.B., ich mein, wer macht das schon so richtig mega gern, vor allem wenn man schon verdammt lange über zwei Wochen in die Renovierung der Wohnung gesteckt hat und eigtl schon drin wohnt und die vergilbten Sockelleisten in Flur und Küche einfach hässliche Schönheitsfehler sind, die zu beheben gelten um das ultimative Wohngefühl zu erreichen.

Nunja ich muss zugeben, die Sockelleisten habe ich schon geschliffen und ich bin auch schon ganz stolz auf mich, aber leider muss ich noch diverse andere Dinge bis 16 Uhr erledigt haben….und am besten fang ich jetzt endlich mal an!

Zeit zum Träumen bleibt in der Nacht noch genug.

(Bild via)